Thailand Teil 2

Thailand Teil 2

Nach meiner Zeit in Chiang Mai ging es also mit dem Bus weiter in die kleine Stadt Fang. Fang ist keine besonders aufregender Ort, aber ich bin auch nicht wegen der Stadt dort hingefahren, sondern weil ich auf den Berg Doi Ang Khang wollte. Daher habe ich extra ein Hotel gebucht, welches angeblich Motorräder ausleiht und auch Touren organisiert mit der Absicht eine dieser Möglichkeiten in Anspruch zu nehmen um auf den Berg zu kommen. Als ich dort ankam sprach allerdings niemand Englisch und das Personal and der Rezeption war auch nicht besonders gewillt mir zu helfen. Mit Hilfe von Übersetzungs- Apps habe ich immerhin eine Telefonnummer von einem Tour Office bekommen, der Rezeptionist hat mich dort selber anrufen lassen, die Person am anderen Ende der Leitung sprach natürlich auch kein Englisch, daher habe ich mein Handy dem Rezeptionisten gegeben und der hat dann immerhin einen Preis für mich erfragt. Als nächstes habe ich Tui angerufen und mit ihrer Hilfe diesen Preis dann auch in Erfahrung gebracht, aber auch sie konnte nicht viel mit dem unkooperativen Rezeptionisten anfangen. Da mir die Tour für eine Person eindeutig zu teuer war und ich wohl auch kein Motorrad ausleihen konnte, habe ich meinen Plan von Fang nach Doi Ang Khan zu kommen nach langem Hin- und Her somit leider aufgeben müssen. Stattdessen habe ich mir am Nachmittag immerhin zwei Tempel in der Stadt angesehen, die tatsächlich mal anders aussehen als alle anderen Tempel die ich bis dahin in Thailand gesehen hatte.

Mit einer kleinen Resthoffnung noch einen anderen Weg nach Doi Ang Khang zu finden fuhr ich am nächsten Tag in das nahegelegene Städtchen Thaton. Der Besitzer des Hotels dort sprach immerhin gutes Englisch, aber hat mir auch nur erklärt, dass jetzt die falsche Jahreszeit sei um nach Doi Ang Khang zu fahren, da die Straße in der Regenzeit sehr gefährlich sei und irgendein Projekt, welches noch von alten König begonnen wurde jetzt nicht mehr vom neuen König unterstützt werde und es dort deshalb nicht mehr so schön sei. Stattdessen empfahl er mir einen Roller zu leihen und nach Mae Salong zu fahren, was ich dann auch getan habe. Irgendwann muss man Pläne wohl auch mal aufgeben… Die Fahrt nach Mae Salong war tatsächlich netter als die Stadt selbst, da die Landschaft in der Gegend wirklich schön ist und es viele tolle Aussichtspunkte auf dem Weg gibt. In Mae Salong haben mir nur die Teeplantagen gefallen, ansonsten gab es einen Markt mit vielen getrockneten Früchten und die üblichen alten Damen in ihren traditionellen Kleidern, die einem Dinge andrehen wollen.

Zurück in Thaton habe ich am Abend noch den berühmten Tempel Wat Thaton besucht.

Mein nächstes Ziel gen Osten war die Stadt Chiang Saen am Länderdreieck mit Laos und Myanmar, auch „Golden Triangle“ genannt. Um dort hin zu kommen musste ich zunächst zwei Songthaews (kleine Pickup- Trucks mit Sitzbänken auf der überdachten Ladefläche) und einen weiteren Bus nehmen. Der Vorteil vom Reisen in diesen abgelegenen und wenig touristischen Gegenden ist, dass der Transport sehr viel günstiger ist. Der Nachteil ist, dass kaum jemand Englisch spricht, aber wenn man einmal zu verstehen gibt wo man hin möchte findet sich immer eine freundliche Person die auch in die Richtung unterwegs ist und einen mitnimmt. Man muss sich nur erstmal durchfragen bis man die richtige Bushaltestelle gefunden hat.

Chiang Saen war vor 1262 mal eine Hauptstadt und hat deshalb noch viele Ruinen, die mal mehr mal weniger gut erhalten sind. Als ich mittags dort ankam habe ich nur schnell in ein Hotel eingecheckt und dann den Rest des Tages die Stadt erkundet.

Am nächsten Tag habe ich früh morgens ein Songthaew zum Golden Triangle genommen und dort unerwarteterweise gute drei Stunden im Museum „Hall of Opium“ verbracht. Wie der Name schon vermuten lässt geht es dort um die Herstellung und den Handel mit Opium. Ich bin normalerweise kein großer Freund von Museen, aber das war mit Abstand das beste Museum in dem ich jemals war!

Als ich das Museum verlassen wollte hat es gerade in Strömen geregnet und so habe ich dort noch ein Weilchen gewartet bis der Regen aufgehört hat. Der Rest vom Golden Triangle hat leider nicht so viel zu bieten und so bin ich nur noch einen Hügel zu einem Tempel rauf gestiegen um einen Blick von oben auf das Länderdreieck zu haben.

Da man von Chiang Saen nicht viel östlicher kommt ohne in Laos zu landen, wurde es Zeit die Richtung zu ändern und so macht ich mich am nächsten morgen in aller Frühe auf den Weg gen Westen. Von Chiang Saen nahm ich zunächst einen Bus nach Chiang Rai, von dort einen weitern Bus und Songthaew nach Chiang Mai und von dort einen Minibus nach Pai. Nach einem sehr langen Tag in vielen unterschiedlichen Transportmitteln wollte ich am Abend nur noch in mein gebuchtes Hostel einchecken und den Nachtmarkt erkunden. Aber wäre es nicht langweilig wenn das so einfach wäre? Als ich am Hostel ankam war die Rezeption leider unbesetzt und mein Warten auf- und Suchen des- Rezeptionisten war leider erfolglos. Da ich sehr hungrig war hinterließ ich einfach einen Zettel auf dem Tresen mit der Nachricht, dass ich in einer halben Stunde wieder käme und gerne einchecken würde. Als ich nach meinem Abendessen eine halbe Stunde später auch wieder zurück kam, war die Rezeption leider schon komplett geschlossen und verriegelt. Meine Nachricht wurde wohl übersehen oder ignoriert. Immerhin war meine Suche nach dem Rezeptionisten dieses Mal erfolgreicher und nach ein paar Minuten Wartezeit (er war gerade duschen) konnte ich endlich meinen Rucksack los werden, einchecken und noch einmal in Ruhe über den Nachtmarkt schlendern.

Fortsetzung folgt… Sieht aus als bräuchte ich immer drei Teile pro Land…

Mandalay, den 08.09.2019

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Thailand Teil 1

Thailand Teil 1

Nachdem ich nachmittgas in Bangkok gelandet bin habe ich gleich den nächsten Flug nach Phitsanulok genommen. Dort angekommen wurde ich sehr herzlich von Tuis Familie mit vielen Umarmungen und viel Essen begrüßt. In Thailand ist es wohl üblich Gäste mit mehr Essen zu versorgen als irgendjemand realistisch essen könnte und das hat sich über die nächsten Wochen auch nicht geändert. So wurde ich während meines Aufenthalten in Phitsanulok täglich mit köstlichen Speisen versorgt und durfte viele Gerichte kennen lernen, die ich sonst wahrscheinlich nie probiert hätte. Tuis Familie hat sich wirklich super um mich gekümmert und ich bin sehr dankbar für ihre Gastfreundschaft. Ich habe dort aber nicht nur gegessen, sondern hatte auch Zeit mich die ersten Tage etwas zu entspannen, eine Thai Massage zu genießen und die Umgebung zu erkunden.

Am Samstag haben Tuis Schwester Tuk und ihr Mann Paul mir die größte Tempelanlage der Stadt mit einem Markt nebenan sowie ein lokales Museum gezeigt.

Am nachmittag sind wir zusammen mit ihren Kindern Atom und Newton nach Sukothai gefahren um dort die Ruinenstadt zu besichtigen und am Abend auf dem Markt zu essen.

Da es ein langes Wochenende war sind wir den Sonntag nach Nan gefahren und haben auch dort wieder einen berühmten Tempel, ein Museum und den Markt besucht. Nach einer Übernachtung in Nan ging es am Montag in ein kleines Dorf mit einer Salzquelle. Dort konnte man nicht nur sehen wie Salz aus Wasser gewonnen wird, sondern auch Fische im Fluss füttern was besonders Newton und mir großen Spaß gemacht hat.

Den darauf folgenden Donnerstag habe ich einen kleinen Ausflug nach Chiang Khan auf eigene Faust unternommen und dort zwei Nächte verbracht. Die Stadt ist nicht so touristisch, da es dort nicht viel zu sehen gibt und hauptsächlich Thais dort Urlaub machen. Sie schätzen wohl das langsame Leben in kleinen Städten, was ich gut verstehen kann, denn die Leute in Chiang Khan waren tatsächlich sehr entspannt und freundlich. Zum Sonnenaufgang kann man in der ganzen Stadt sehen wie die Mönche Essensspenden von den Locals sammeln und dafür einen Segen von den Mönchen empfangen. Viele Essensspenden sind allerdings eher ungesund und so ist Übergewicht unter Mönchen ein zunehmendes Problem in Thailand.

Nach Chiang Khan habe ich noch einen Tag mit Tuis Familie verbracht und mich dann auf den Weg nach Chiang Mai gemacht. Da ich vor sieben Jahren schon einmal in Chiang Mai war, habe ich dort mehr Zeit außerhalb der Stadt verbracht. Am ersten Tag nach meiner Ankunft bin ich mit dem Fahrrad zum Huay Tueng Tao See gefahren und habe dort eine kleine Wanderung zu einem Wasserfall unternommen.

Am zweiten Tag bin ich wieder mit dem Fahrrad zum Stadtrand gefahren um dort den berühmten Mönchsweg zur Wat Phrathat Doi Suthep zu gehen. Den Tempel habe ich damals schon mit einer Tour besucht, aber die Wanderung war es schon wegen dem Tempel auf halbem Weg wert und Doi Suthep ist immer noch sehr sehenswert.

Obwohl ich den Nachtmarkt in Chiang Mai sehr mochte und es schön war im Hostel wieder neue Leute kennen zu lernen, waren zwei Tag in der Stadt schon genug für mich und so ging es weiter in den Norden nach Fang. Fortsetzung folgt…

Yangon, den 26.08.2019

Japan Teil 3

Japan Teil 3

Nach meiner Zeit in Kawaguchiko bei Mount Fuji war der letzte Stopp meines Japanaufenthaltes Nikko, was etwas nördlich von Tokyo liegt. Da man in Nikko auch hervorragend wandern gehen kann, habe ich meine letzte Gelegenheit die japanische Landschaft von oben zu bewundern natürlich genutzt um den höchsten Berg der Provinz Mount Shirane zu erklimmen. Es war zwar immer noch eher regnerisch, aber ich hatte wieder Glück und konnte eine fantastische Aussicht genießen.

Am nächsten Tag habe ich am Vormittag die Tempel der Stadt erkunden, wobei die Größte Tempelanlage für eine schlafende Katzenfigur (Nemurineko) und die drei Affen (nicht sehen, nicht hören, nicht sprechen) bekannt ist. Die Katze befindet sich über dem Eingang zu einem besonderen Tempel, den damals nur der Shogun betreten durfte. Rechts und links von der Katze befinden sich zwei Vögel und die Katze steht daher für ein friedliches Leben miteinander. Die drei Affen sind ein Teil der Dekoration des Pferdestalls, welche Kindern zeigen soll wie man ein glückliches Leben führt. Interessant war auch, dass man bei fast allen Tempeln per QR- Code spenden konnte, das nenne ich mal fortschrittlich!

Den Nachmittag habe ich mit einer kleinen Wanderung durch den Naturschutzpark Senjougahara verbracht. Vor einigen Jahren gab es in Nikko einen Überschuss an Rehen, die die Pflanzenwelt zerstört haben und so mussten Zäune gebaut werden um die Rehe aus einigen Gebieten raus zu halten.

Am gleichen Abend ging es zurück nach Tokyo zum Flughafen und von dort am nächsten Morgen nach Thailand.

Kinpun, den 23.08.2019

Japan Teil 2

Japan Teil 2

Nach meiner Wanderung mit der Schweizerin Julie in Kamikochi haben wir uns gemeinsam auf den Weg nach Takayama gemacht. Auf dem Weg dorthin mussten wir an einem Onsen umsteigen, wobei ich das erste und bisher einzige Mal erlebt habe, dass ein Bus in Japan zu spät ist. Aber das machte nichts, denn so hatten wir nach der fünf stündigen Wanderung Gelegenheit unsere Füße in einem Mini- Onsen an der Bushaltestelle zu entspannen.

In Takayama angekommen mussten wir uns vorerst verabschieden, da wir unterschiedliche Hostels gebucht hatten und ich noch nicht sicher war ob ich den nächsten Tag in der Stadt verbringen würde, da ich diese schon vor sieben Jahren besucht hatte. Ich hatte die Altstadt von Takayama aber als sehr schön in Erinnerung und so habe ich mich entschieden die Stadt doch noch einmal mit Julie zu besichtigen. Die ein oder andere Sake Verkostung durfte natürlich auch hier nicht fehlen.

Am nächsten Tag bin ich mit einem kleinen Zwischenstopp in Shirakawa-go nach Kanazawa gefahren. Shirakawa-go ist ein kleines Bergdorf, welches für seine Häuser mit dicken Strohdächern berühmt ist und mir wärmstens von meinem Gastvater empfohlen wurde. In Deutschland gibt es allerdings auch Häuser mit Strohdächern und so war ich von dem Dorf nicht übermäßig beeindruckt. Der beste Teil waren fast die Souvenir Shops, die auch hier zu Haufe zu finden sind weil Japaner nun mal wahnsinnig auf Souvenirs stehen. Aber immerhin kann man dort alles mögliche probieren, auch wenn man nichts kaufen möchte.

Nach einer weiteren Busfahrt kam ich nachmittgas in Kanazawa an und wurde dort am Abend spontan vom Besitzer zu einer Okonomiyaki Party eingeladen. Am nächsten Tag habe ich die Stadt erkundet, welche unter anderem für ihre alten Geisha- und Samurai- Distrikte bekannt ist.

Nach diesem Besuch in den Japanischen Alpen habe ich mich langsam wieder fit genug gefühlt um größere Projekte in Angriff zu nehmen und mich meinem Hauptziel der Reise, Mount Fuji, zu widmen. So ging es von der Nordküste der Insel in zwei langen Busfahrten fast bis zur Südküste der Insel nach Kawaguchiko. Kawaguchiko ist in sehr beschauliches Städtchen am nördlichen Fuß von Mount Fuji. Da das Wetter immer noch völlig unberechenbar war und ich vor Vorfreude fast geplatzt bin, habe ich mich noch am Abend meiner Ankunft entschieden Mount Fuji gleich am nächsten Morgen in aller Frühe zu besteigen. Um sechs Uhr morgens sah es auch noch so aus als könnte ich Glück haben, da es von der Stadt aus eine Wolkenfreie Sicht auf den Gipfel gab, als ich um halb acht anfing zu wandern bildeten sich allerdings schon die ersten Wolken und als ich um kurz nach halb elf am Gipfel ankam hat es sich ganz zu gezogen. Somit gab es also keine Aussicht, aber glücklich war ich trotzdem! Der Regen hat zum Glück auch erst angefangen als ich nur noch eine halbe Stunde vom Startpunkt entfernt war. Insgesamt bin ich von 2400 Höhenmeter auf 3775,36 gewandert (ja, die 0,36 Meter sind sehr wichtig…), das nächste Mal würde ich allerdings von einer anderen Station starten, die etwas weiter unten liegt, da auf den anderen Pfaden wohl weniger Leute unterwegs sind.

Den nächsten Tag habe ich mit einer entspannten Sighseeing Tour durch die Stadt verbracht, war auf einem Hügel (Mt. Tenjo) um mir Mount Fuji mal aus der Ferne anzusehen und habe auch hier wieder etwas Sake verkostet. (Sake Fun Fact Nr.4: Sake schmeckt in unterschiedlichen Regionen immer etwas anders, da Wasser und Reis Qualität von Region zu Region variiert.) Natürlich war das Wetter an diesem Tag perfekt.

Da mir Kawaguchiko wirklich gut gefallen hat bin ich sogar noch einen dritten Tag geblieben, an dem ich auf Mount Kurotake war. Am Abend gab es noch eine Sake Verkostung im Hostel, was natürlich rein gar nichts damit zu tun hat, dass ich noch einen Tag länger geblieben bin als geplant…

Fortsetzung folgt… (Wird dann auch der letzte Eintrag zu Japan, versprochen!)

Chiang Saen, den 11.08.2019

Japan Teil 1

Japan Teil 1

Nach Australien ging es für mich weiter nach Japan, wo ich insgesamt einen ganzen Monat verbrachte. Die ersten zwei Wochen war ich allerdings nur in Noda, nördlich von Tokyo, um dort Bujinkan zu trainieren. Das hat wieder viel Spaß gemacht, ich habe tolle neue Leute getroffen, viel gelernt und sogar den dritten Dan verliehen bekommen. Gewohnt habe ich wieder in der selben Gastfamilie wie letztes Jahr und wurde dort wieder lecker bekocht. An einem Samstag ist mein Gastvater mit mir nach Warp Station Edo gefahren, was ein Filmset ist, welches es in vielen japanischen Serien und Werbespots zu sehen gibt. Damit an dem Tag gutes Wetter ist haben wir am Vortag einen kleinen Geist aus Taschentüchern gebastelt (Teruterubouzu) und es hat tatsächlich etwas weniger als sonst geregnet. Ansonsten habe ich in Noda nicht viel gemacht, da es Regenzeit war und dem entsprechend viel geregnet hat.

Nach den zwei Wochen Training hatte ich noch zwei Wochen Zeit zum reisen. Da ich bei meinem ersten Japanaufenthalt 2012 schon die meisten großen Städte gesehen habe und ich in den letzten sieben Jahren festgestellt habe, dass ich Berge sehr gerne mag, bin ich bei diesem Trip nur in den Bergen gewesen. Zuerst ging es nach Matsumoto. Dort gab es am Abend meiner Ankunft ein kleines Fest mit Feuerwerk und ich konnte auch das Schloss bei Nacht beleuchtet sehen. Am Tag darauf habe ich mir ein Fahrrad ausgeliehen (was in der Stadt gratis ist) und bin zu einer Wasabi Farm gefahren. Bei der Farm gab es nicht nur reichlich Wasabi- Felder zu sehen, sondern natürlich auch jede Menge Souvenirs Shops mit Wasabi- Produkten und Essensstände mit Wasabi- … nun ja… es gab eben alles mit Wasabi. So kam ich in den Genuss von Wasabi- Bier und Wasabi- Softeis. Das Eis war sogar erstaunlich gut, nur das Bier kann ich eher nicht empfehlen.

Nach der Wasabi- Farm bin ich mit dem Fahrrad wieder zurück nach Matsumoto und dort zur örtlichen Sake- Brauerei gefahren. Der Rückweg war leider nicht so schön wie der Hinweg, da es am Nachmittag auf einmal unglaublich windig (natürlich hatte ich Gegenwind) und regnerisch wurde, wodurch ich sogar auf einigen flachen und geraden Strecken schieben musste, da ich mit dem Fahrrad einfach nicht vorwährts gekommen bin. Als ich einigermaßen erschöpft und trotz Regenklamotten durchnässt bei der Brauerei ankam, wurde ich dort sehr freundlich empfangen. Der Braumeister persönlich hat mir eine Tour der Brauerei gegeben und mir in sehr verständlichem Englisch die Prozesse des Sake Brauens erklärt. Dabei habe ich festgestellt, dass Sake und Bier sich sehr viel ähnlicher sind als man denkt. (Sake Fun Fact Nr.1: Der Hauptunterschied bei der Herstellung ist, dass die Umwandlung von Stärke zu fermentierbarem Zucker und die Fermentation beim Bier zwei separate Prozesse sind, während diese Vorgänge beim Sake parallel passieren.) Nach der Brauerei Besichtigung gab es noch eine Verkostung und eine weitere spontane Führung des alten Nebengebäudes, da gerade zwei Japanerinnen da waren, die das Nebengebäude sehen wollten und ich mich so einfach anschließen konnte.

Am nächsten Tag bin ich mit dem Zug zu einem Dorf namens Yabuhara gefahren, wo gerade ein Fest mit einem Umzug von Festwagen stattfand, die von den Männern des Dorfes den Berg hinaufgezogen wurden. Da Sake ein wichtiger Bestandteil von Zeremonien des Shinto- Buddhismus ist, wurde auch hier schon am frühen Morgen Sake ausgeschenkt und ich hatte die Gelegenheit mich sehr nett mit einem älteren Herrn am Straßenrand zu unterhalten. Da es natürlich unhöflich gewesen wäre den Sake den er mit angeboten hat abzulehnen, habe ich mich leicht zeitverzögert und gut angeheitert auf meine kleine Wanderung zum Nachbardorf Narai gemacht. In Narai angekommen hatte ich daher nicht mehr ganz so viel Zeit mir die historische Stadt anzusehen, aber da diese hauptsächlich aus hübschen Fassaden und Souvenirshops besteht war das ganz in Ordnung für mich.

Von Narai bin ich zum Suwa See nach Kamisuwa gefahren. Dort gab es einige schöne Tempel zu sehen und natürlich… mehr Sake Brauereien! Ja, ich habe bei diesem Trip meine Liebe zu Sake entdeckt. Es wurde mir empfohlen nach Kamisuwa zu fahren, weil es dort eine Straße mit fünf Brauereien gleich nebeneinander gibt. (Sake Fun Fact Nr.2: Von denen ist eine sogar richtig berühmt, da sie eine Hefesorte entwickelt hat, die von der „Japanese Sake Association“ verkauft wird und heutzutage von 60% der japanischen Brauereien verwendet wird.) (Und Sake Fun Fact Nr.3: Auf den Bildern seht ihr über den Türen der Brauereien übrigens immer eine braune Kugel hängen zu der es eine interessante Tradition gibt. Die Reisernte in Japan ist im September, weshalb die Brausaison im Oktober/November beginnt. Zum beginn der Brausaison wird jedes Jahr eine Kugel aus einem grünen Nadelgewächs gemacht, welche dann ein ganzes Jahr über dem Eingang der Brauerei hängt und dort langsam vertrocknet. Wenn die Saison etwa im März/April endet ist die Kugel somit den ganzen Sommer über braun.) Ok, genug Sake Fun Facts und zurück nach Kamisuwa. Fünf Verkostungen später und zwei Flaschen Sake reicher habe ich mich wieder zurück auf den Weg nach Matsumoto gemacht. An seinem Geburtstag muss man sich ja auch mal was gönnen.

Am Tag darauf bin ich mit einer Schweizerin, die ich im Hostel in Matsumoto kennengelernt habe, nach Kamikochi gefahren um dort wandern zu gehen. Das Gebiet um Matsumoto, Kamikochi und Takayama wird auch die „Japanischen Alpen“ genannt, weshalb dort auch viele Japaner zum Wandern hinfahren. Nach einer kurzen Beratung im Informationszentrum haben wir uns entschieden auf den aktiven Vulkan Yakedake zu klettern. Mit dem Wetter hatten wir ziemlich viel Glück, da es den ganzen Tag etwas regnerisch aussah, aber erst richtig angefangen hat zu regnen als wir gerade zurück waren. Anschließend hatten wir noch Gelegenheit unsere Füße im Mini- Onsen an der Bushaltestelle zu entspannen.

Fortsetzung folgt…

Phitsanulok, den 31.07.2019

Tasmanien

Tasmanien

Es hat zwar etwas gedauert, aber jetzt habe ich doch wieder etwas Motivation zum schreiben gefunden. Seit ich Ende Mai nach Melbourne aufgebrochen bin ist natürlich einiges passiert, also fange ich erst mal mit meiner Zeit in Australien an.

In den drei Wochen in Melbourne ist nicht so viel passiert. Ich habe an der Publikation meiner Masterarbeit gearbeitet, Japanisch gelernt, Bier gebraut sowie verkostet und habe bei meiner alten Arbeitsstelle vorbei geschaut.

Weil ich immer mal nach Tasmanien wollte, habe ich eine knappe Woche dort verbracht was schon spannender war. Ich bin Dienstags nach Hobart eingeflogen, habe mir am Nachmittag die Stadt angesehen und war abends im Bujinkan Training, wo ich sehr freundlich aufgenommen wurde.

Am Mittwoch habe ich festgestellt, dass auch Tasmanien nicht zum Busfahren geeignet ist und man ohne Auto nicht weit kommt, woraufhin ich mir erstmal einen Mietwagen organisiert habe. Mit dem war ich auf Mount Wellington etwas außerhalb von Hobart und bin dort den Ice House Loop entlang gewandert. Dieser hat mit eisigem Wind und reichlich Schnee seinem Namen auch alle Ehre gemacht.

Donnerstags bin ich nach Wineglass Bay gefahren, wo es enttäuschender Weise keinen Wein gibt, aber dafür einen wunderschönen Ausblick auf die Doppelbucht von Mount Amos aus. Mit dem Wetter hatte ich dort auch deutlich mehr Glück.

Freitags habe ich mir das alte Gefängnisgelände in Port Arthur angeschaut, wo damals die Kriminellen von Australien hin geschifft wurden. (Fun Fact: Die Stufe hat eine Kerbe, weil dort früher die Küchenmesser geschärft wurden.)

Am Samstag gab es noch eine letzte Wanderung zum äußersten Zipfel von Cape Raoul bevor ich abends wieder nach Hobart gefahren bin.

Nach einem letzten Bujinkan Training am Sonntag morgen bin ich nachmittags wieder nach Melbourne zurück geflogen und von dort am Mittwoch darauf nach Japan. Mehr von meiner Zeit hier wird es im nächsten Eintrag geben.

Kawaguchiko, den 19.07.2019

Oktoberfest und Meer

Oktoberfest und Meer

Ja ja…. Einmal im Monat wollte ich was schreiben… Hat super funktioniert… Aber jetzt habe ich doch wieder etwas Zeit und Motivation gefunden, daher hier die Zusammenfassung meiner letzten drei Monate:

Von September bis Ende November ist nicht sehr viel passiert. Ich habe nur gearbeitet und studiert, nicht so spannend. das Highlight waren die sechs Wochen Oktoberfest, in denen ich ein Dirndl zur Arbeit tragen durfte (Yay :D) und den Gästen blödes Promozeugs andrehen musste (Bäh >.<). Alles in allem war ich daher ziemlich glücklich, als der Oktober zu Ende war und nicht mehr jede Woche Statistiken veröffentlicht wurden, wer wie viele Liter Bier, Schnaps und Brezel verkauft hat. Wenn man für so ein großes Unternehmen arbeitet wird man schon viel unter Druck gesetzt.

 

Die Uni war zum Schluss auch sehr stressig, da ich einige Arbeiten schreiben musste und Mitte November noch meine letzte Klausur und ein paar Vorträge hatte. Das übliche eben. Ich denke ich habe aber alle meine drei Kurse hier bestanden.

Nach meiner Klausur hatte ich dann endlich Zeit etwas zu unternehmen und so bin ich ein wenig durch die Nationalparks um Sydney gewandert und war noch mal in den Blue Mountains.

 

Letzte Woche bin ich zum ersten Mal aus Sydney rausgekommen und bin nach Melbourne geflogen. Von dort habe ich einen dreitägigen Roadtrip über die Great Ocean Road mit zwei Österreicherinnen gemacht und anschließend nochmal ein paar Tage in Melbourne verbracht, inklusive Tagesausflug nach Phillip Island, wo es den größten Schokoladenwasserfall der Welt gibt. Und niedliche Pinguine.

Mein Plan war es ursprünglich, dann nach Tasmanien, Adelaide und zum Great Barrier Rief weiter zu ziehen, aber weil ich mich hier gerade so schön eingelebt habe und mir Sydney wirklich gut gefällt, habe ich mich entschieden noch etwas länger hier zu bleiben. Deshalb bin ich jetzt wieder zurück in Sydney um noch bis Anfang Januar hier zu arbeiten (und noch mehr blödes Promozeugs zu bewerben…). Mitte Januar geht dann aber auf jeden Fall weiter nach Neuseeland und Japan. Ob ich bis dahin noch mal was schreibe werde ich dann sehen. Wenn ich genug Material zusammen bekomme lade ich vielleicht zwischendurch noch ein paar Bilder hoch. Falls nicht, wünsche ich jetzt schonmal frohe Weihnachten!

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Sydney, den 15.12.2017

Der Alltag stellt sich ein

Der Alltag stellt sich ein

Da mein letzter Blogeintrag schon wieder einen Monat her ist, ist es wohl langsam mal Zeit für ein kleines Update. Wahrscheinlich werde ich diesen monatlichen Rhythmus beibehalten, da ich nicht das Gefühl habe, dass ich viel zu erzählen habe und hier mittlerweile nur noch meinem neuen Alltag nachgehe. Meine Eindrücke möchte ich euch aber natürlich nicht vorenthalten.

Nachdem ich jetzt die ersten 6 Wochen Uni hinter mir habe, muss ich sagen, dass ich eher enttäuscht bin. Die Vorlesungen sind zwar keine Pflichtveranstaltungen und zum Glück habe ich auch nur drei Mal die Woche je drei Stunden Vorlesung, aber diese sind leider recht langweilig. Ich belege hier das Modul „Globalisation and Sustainable Development“, was zwar spannend klingt und auch viel zum nachdenke anregt, aber die Dozentin hat keine besonders spannende Stimme zum Zuhören. Dann habe ich noch „Economics of Public Issues“, wo der bisherige Dozent schon sehr interessant ist, da er das Feld der „Cultural Economics“ gegründet hat, was mich persönlich sehr interessiert. Auch wenn er wirklich sehr viel redet und manchmal etwas abschweift. Zuletzt belege ich „Investing in Emerging Markets“, was so ziemlich das langweiligste Modul aller Zeiten ist. Wir habe mit unserer Gruppe gleich in der ersten Woche einen Vortrag über die Gasförderung in Ras Laffan (Qatar) gehalten, was zwar nicht super toll war, aber wir habe Gummipunkte dafür bekommen, dass wir uns freiwillig als erste gemeldet haben. Mit meinen Gruppenarbeiten hatte ich bisher generell großes Glück, da die Leute bisher alle sehr nett und kooperativ waren.

Aber genug von der Uni. Wie ich schon erwähnt habe sind die Lebenshaltungskosten hier recht hoch und so musste ich mir einen Job suchen. Das hat auch gleich auf Anhieb funktioniert und jetzt arbeite ich schon seit einem Monat im „Bavaria Beer Café“. Ich bin nicht sicher, ob sie mich nur eingestellt haben, weil ich Deutsch bin, aber ich bin auf jeden Fall sehr glücklich darüber. Die Kollegen sind alle super freundlich und hilfsbereit und auch wenn es manchmal etwas stressig ist, macht mir die Arbeit viel Spaß. Ursprünglich wollte ich dort in der Bar arbeiten, aber da ihnen momentan die Kellner ausgehen, bin ich jetzt eben Kellnerin geworden. Das finde ich aber auch nicht schlecht, denn so bekomme ich eine Menge Trinkgeld und wenn ich mir die Leute hinter der Bar manchmal so anschaue, habe ich vielleicht den entspannteren Job.

Da es hier langsam in den Frühling über geht, gab es ganz bei mir in der Nähe vor zwei Wochen ein Kirschblütenfestival in einem Japanischen Garten, das ich mit zwei Freundinnen besucht habe. So haben wir festgestellt, dass es gleich neben dem Garten noch einen Park mit einigen interessanten Tieren gibt. Außerdem bin ich endlich dazu gekommen mir Newtown anzuschauen, was hier das Bar- und Ausgehviertel ist, aber dennoch auch tagsüber mit all seinen Cafés und unzähligen veganen Restaurant einen ganz eigenen Charme hat.

Sydney, den 06.09.2017

Ein neues Abenteuer beginnt

Ein neues Abenteuer beginnt

Wie am Ende meines letzten Blogeintrags versprochen, ging die Reise dieses Mal wieder in die andere Richtung, nach Australien. Mein grober Plan ist es momentan hier in Sydney zu bleiben bis das Semester Ende November vorbei ist und Chris herkommt, dann reisen wir bis Anfang Januar in Australien und fliegen nach Neuseeland, wo mich Chris wieder verlässt. Ende Februar möchte ich noch für zwei Wochen nach Japan um dort im Honbu Dojo zu trainieren und dann geht es schon wieder zurück. Irgendwann muss ich ja auch wieder in Wien weiter studieren.

Ich bin jetzt seit zwei Wochen hier und mein erster Eindruck ist schonmal sehr positiv. Auch wenn ich mich noch in der warum-mache-ich-das-eigentlich-alles-Phase befinde geht es mir hier sehr gut. Obwohl ich mich gleich am zweiten Tag nach meiner Ankunft für eine Unterkunft entschieden hatte, musste ich noch zehn Tage im Hostel nächtigen, bis ich endlich letzten Samstag in meinem neuen Zuhause einziehen konnte. Mein Vermieter ist gleich am Abend meiner Ankunft mit seiner Freundin für einen Monat verreist und hat mich kurzerhand zur Herrin des Hauses erklärt. Momentan lebe ich mit einem Koreaner, der eher zum Typ „unsichtbarer Mitbewohner“ gehört und einem Mädel aus Malaysien, die erst gestern früh eingezogen ist. Auch wenn das Hause etwa eine Stunde Zugfahrt von der Uni entfernt ist fühle ich mich sehr wohl dort. Mein größtes Problem ist, dass es hier sehr kalt ist (Wer hätte das nur erwartet im Winter?), aber dafür gibt es einen Kamin vor dem ich die Abende verbringen kann.

Bisher war ich noch nicht sehr viel unterwegs, meine Ausflüge beschränken sich auf Manly – eine Halbinsel ganz im Osten der Stadt am Meer – und einen Besuch bei einem Freund, den ich Vancouver kennen gelernt habe, in den Blue Mountains. Er hat mir Springwood gezeigt und einen kleinen Erlebnispark in Katoomba, wo wir uns zum Glück die 40$ Eintritt sparen konnten, da er fast jeden kannte der dort gearbeitet hat. Mit der Uni waren wir noch im Zoo und im Sea Life, was auch sehr interessant war.

Natürlich musste ich auch noch ein Bujinkan Dojo in Sydney aufsuchen, wo ich erfahren habe, dass es tatsächlich nur noch zwei Dojos in der Stadt gibt uns ansonsten mehrere kleine Trainingsgruppen. Dieses Dojo hat mir jedenfalls sehr gut gefallen, auch wenn ich mich zwischen den ganzen Schwarzgurten am Anfang nicht so richtig wohl gefühlt habe, wurde ich doch sehr freundlich von allen aufgenommen. Mit einem Preis von 20$ für zwei Stunden Training, ist es aber leider wie erwartet recht teuer.

Da die Lebenshaltungskosten hier aber generell sehr hoch sind, habe ich mich schon nach einem Job als Kellnerin bzw. Barkeeper umgeschaut und bei einem Restaurant namens „Bavaria Beer Café“ beworben, wo ich am Freitag probehalber arbeiten darf. Ich bin sehr gespannt wie das wird und ob ich den Job bekomme.

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Für alle, die noch mehr Fotos sehen wollen habe ich hier alle hochgeladen: https://www.dropbox.com/sh/j40aulcm4w2sdr6/AACjK81hFhMtd3oZcMhJ4yCXa?dl=0

Sydney, den 03.08.2017

Buenos Aires. Tango.

Buenos Aires. Tango.

Was für eine Woche. Ich weiß gar nicht was ich zu Buenos Aires viel erzählen kann. Es ist eine wahnsinnig riesige Stadt, mit einem sehr… nennen wir es mal interessantem Gesamtbild, das die Argentinische Mentalität als Ganzes recht gut wiederspiegelt. Alles ist völlig chaotisch und kein Haus passt zum anderen.

Im Prinzip habe ich die sechs Tage damit verbracht durch die Stadt zu laufen und die Nächte damit Tango zu tanzen. Hier kann man fast 24/7 Tango tanzen und es gibt so unendlich viele Milongas jeden Tag, dass man sich kaum endscheiden kann wo man hin geht. Auch wenn ich nur ein paar Tage hier war, habe ich sehr viel gelernt und ich glaube mittlerweile fange ich an das Grundkonzept von Tango etwas besser zu verstehen. Als Fazit bleibt mir nur zu sagen: Ich hatte eine fantastische Zeit und habe viele unglaublich nette Leute und begnadete Tänzer kennen gelernt.

Damit wären meine Reise und auch dieser Blog vorerst beendet und ich muss wohl leider wieder zurück nach Hause um meine Bachelor Arbeit zu schreiben. Der Ernst des Lebens ruft, aber ich habe schon Pläne für das nächste Mal und dann wird es wieder in die andere Richtung gen Asien und Australien gehen.

Madrid, den 13.04.2016